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KSB Soest e.V.

Integration im Sportverein

- Best Practice

Die Vereine im Kreis Soest haben erkannt, dass der gemeinsame Sport Grenzen überwindet, Barrieren abbaut und Zusammenhalt schafft. Für viele Flüchtlinge und Migranten sind die Vereine ein wichtigiger Bestandteil ihrer Freizeit: Bei der gemeinsamen Bewegung werden Freundschaften geschlossen, die Integration erleichtert und sogar Arbeitsplätze vermittelt.  Doch aller Anfang ist schwer: Verständigungsprobleme, rechtliche und finanzielle Unsicherheit und die unbekannte Vereinskultur können eine Integration der Menschen in die Sportvereine erschweren oder sogar verhindern. Um einen Überblick über Probleme und Lösungen sowie den Vereinsbetrieb mit Flüchtlingen und Migranten zu bekommen, erzählen in der Rubrik "Best Practice" verschiedene Vereine über ihre Erfahrungen.

Die authentischen Berichte sollen anderen Sportvereinen im Kreis Soest und darüber hinaus Mut machen, ihre Ideen umzusetzen und so einen wesentlichen Beitrag für die Integration zu leisten!

  • DJK Werl

    DJK Werl

    Die Leichtathletikabteilung der DJK Werl ist seit Beginn 2015 ein Schwerpunkt- bzw. Stützpunktverein "Integration durch Sport". Aufmerksam geworden auf die Initiative sind wir im Zusammenhang mit unserem zeitgleich gestarteten Engagement für Flüchtlinge, das in unserer über 900 Mitglieder starken Leichtathletikabteilung einen Prozess der Reflektion eingeleitet hat.

    Wir haben grob evaluiert, wie hoch unser Migrantenanteil tatsächlich ist, haben zusammengetragen, welche Zugangsmöglichkeiten für Migranten bereits bestehen und wo es Sinn macht, systematischer zu arbeiten, um Brücken zu schlagen. Neben dem Flüchtlingsangebot (Fußballnachmittag mit Lotsenfunktion zur Vermittlung an andere Vereine) konzentrieren wir uns bei den Integrationsbemühungen auf unsere Kernkompetenz, nämlich die in unserer Abteilung herausragende Kinder- und Jugendarbeit. Hier spielen wir nun unsere bestehenden guten Kontakte zu den benachbarten Schulen und Kitas mit hohen Migrantenanteilen aus.

    Wir haben unser Integrationsprojekt unter die Dachmarke "Willkommen mach' mit" gestellt. Unsere Maßnahmen variieren zwischen niederschwelligen regelmäßigen Angeboten wie einem offenen Abenteuer- und Spieletreff in Kooperation mit zwei "Brennpunkt"-Kitas, einer attraktiven Tagesveranstaltung wie der Grundschul-Olympiade als spannender Erstkontakt von Migranten mit unserem Verein sowie Tagesbesuche in Schwerpunkt-Grundschulen, an denen wir dann als Verein den Sportunterricht übernehmen und uns den Kindern vorstellen. Begleitet wird das mit Verteilung von mehrsprachigen Flyern, direkte Ansprache von vermittelnden Lehrern und Eltern. 

    Wichtig ist uns, dass wir kein Sonderangebot für Migranten, sondern stets ein Angebot zum Miteinander machen. Wir laden alle Kinder unter dem Motto "Willkommen mach' mit" ein. Natürlich suchen wir z.B. aber auch aktiv Kontakt z.B. zum Moscheeverein, weil wir festgestellt haben, dass wir aus dem türkischen Kulturkreis eher weniger Migranten gewinnen. Hier planen wir gerade einen Infoabend und unsere Mitwirkung bei einem Moscheefest. Als Tagesaktion bieten wir auch das Sportprogramm beim Stadtfest der Kulturen im Herbst in Werl an. Mit unseren Mitgliedern werden wir zudem ein Spielfest der Kulturen in unserer Sporthalle ausrichten. Hier wollen wir in Zusammenarbeit mit Kindern und Eltern mit Migrationshintergrund deren Kulturen näher bringen, durch eine Kinderdisco mit Musik aus verschiedenen Ländern, Spielen aus verschiedenen Kulturkreisen und "Finger Food" aus den Heimatländern. Natürlich sollen gerade die Migranten dann auch ihre Freunde mitbringen, die noch nicht Mitglied im Verein sind.

    Die Stützpunktförderung ist enorm hilfreich, weil sie einerseits finanziell unterstützt, aber durch das formale Antragsverfahren immer wieder daran erinnert, nicht in den Bemühungen nachzulassen und sich vor allem auch neue Aktion neben den bewährten Maßnahmen einfallen zu lassen. Die Anerkennung als Stützpunkt löste im Verein einen Denkprozess aus und kanalisiert viele Maßnahmen auf ein Ziel, ohne dass dabei alles neu erfunden werden muss. Oft gilt es, nur an Stellschrauben zu drehen, um Integration gelingen zu lassen. In der Stadt werden wir als ein Ansprechpartner für Integrationsprojekte wahrgenommen und entsprechend vernetzt.

    Fazit: Die Projektteilnahme ist für die DJK Werl ein absoluter Gewinn. DIe Zahl der Migranten in unseren Kindergruppen konnte merklich erhöht werden, wobei wir weiter Handlungsbedarf sehen und Maßnahmen entwickeln wollen.

  • BV 34 Soest

    BV 34 Soest

    Als offizieller Sützpunktverein des Landessportbundes setzt sich der BV 34 Soest für die Integration ein.  

    Sportinteressierte mit und ohne Migrationshintergrund sind herzlich Willkommen. Die Soester Boxer stellen sich damit der drängenden gesellschaftlichen Aufgabe, die Integration durch den Sport zu fördern.   Durch die Teilnahme am Sport werden Migranten einen schnelleren Zugang zur deutschen Sprache finden, sich in einem Verein zu Hause fühlen und Freundschaften schließen können. Auch will der BV 34 Soest durch den Boxsport seinen Sportlern Werte wie Disziplin, Respekt, Pünklichkeit und Durchhaltevermögen vermitteln.

    Um das Motto "Sport interkulturell" mit Leben füllen zu können, stehen der BV 34 Soest gerne für weitere Nachfragen zur Verfügung. Außerdem werden auch Workshops außerhalb der heimischen Sporthalle angeboten.

    Seit September bietet der BV 34 Soest zudem ein Nachmittagsangebot für Kinder jeglicher Nationalität an, welches nach Schluss der offenen Ganztagsschule wahrgenommen werden kann. Hier soll ein spielerisches Boxtraining mit Elementen des Breitensports stattfinden.

    Das Angebot findet freitags von 17-18 Uhr in der Turnhalle des Aldegrever-Gymnasium Soest statt. 

    Für weitere Informationen siehe www.bv34-soest.de

  • SV 03 Geseke

    SV 03 Geseke

    Anlässlich eines Informations- und Austauschtreffens der neuen Stützpunktvereine im Rahmen des Programms „Integration durch Sport“  beim Landessportbund NRW in Duisburg ist dem SV 03 Geseke jetzt die Anerkennungsurkunde überreicht worden.

    In vielen Vereinen ist folgendes Problem durchaus bekannt: Kinder und Jugendliche kommen zum Fußballtraining und sind leider nur mit falschem, unpassendem oder äußerst zerschlissenem Schuhwerk ausgestattet.

    Der erste Vorsitzende Reimund Fels hat die Aktion „Alte Treter“ angeregt: Sowohl Kinder, Jugendliche als auch Erwachsene würde gerne Fußball spielen, aber verfügen  in der Regel über wenig bis gar keine finanziellen Mittel, um sich Fußballschuhe zu kaufen. Deshalb regt er an, eine Sammelaktion „Alte Treter“ zu starten. Er ist sicher, in fast jedem Schuhregal, im Keller oder auf dem Dachboden liegen solche „alte Kameraden“, die sowieso nicht mehr gebraucht werden, aber doch noch einen guten Zweck erfüllen können.

    Deshalb seine Bitte: Grabt Eure Schätze aus und stiftet sie für einen guten Zweck! Eine Sammelstelle ist am Sportzentrum Rabenfittich eingerichtet!

    Das Engagement des SV 03 Geseke sollte als gutes Beispiel für andere Vereine dienen, da besonders die Thematik der „Treter“ allseits bekannt sein sollte.

    Weitere Informationen finden Sie auf www.sv03geseke.de

  • Teutonia Lippstadt

    Teutonia Lippstadt

    In arabischen Ländern steht die Sportart Schwimmen bei Frauen hoch im Kurs. In keiner anderen Sportart wurden in Lippstadt so viele Vereine angefragt, ob sie ein Training für Frauen anbieten. Das Problem: Männer dürfen die Sportlerinnen nicht sehen und erst recht nicht im gleichen Becken schwimmen. Die Schwimmabteilung des LS Teutonia Lippstadt stieg im August 2016 in das Thema ein: Zwei Übungsleiterinnen organisierten Wasserzeiten, Fördermittel des Bundesprogramms „Integration durch Sport“ und eine Ausschreibung. Die Resonanz war groß: Es meldeten sich 60 Frauen und Mädchen aus Lippstadt zwischen 12 und 61 Jahren an. Die 15 ersten wurden angenommen.

    Der Kurs fand daraufhin einmal in der Woche für eineinhalb Stunden im CabrioLi Lippstadt statt. Die Badebekleidung reichte vom Bikini über Leggins bis hin zum Burkini. Die Teilnehmerinnen lernten verhältnismäßig schnell und schon bald bildete sich eine Gruppe, welche sich durch ein hohes Maß an Zusammengehörigkeitsgefühl und Spaß auszeichnete. Da drei Teilnehmerinnen christliche Kurden und damit nicht an Geschlechterregelungen gebunden waren, konnten diese schon bald in den regulären Vereinsbetrieb übergehen. Nach vier Monaten begann ein neuer Kurs. Das Becken wurde geteilt und diejenigen, die bereits schwimmen konnten, durften einfach ihre Bahnen ziehen, während die neuen Teilnehmerinnen das Schwimmen lernten. Die „alten Hasen“ waren von Anfang an eine große Hilfe, da sie die „Neuen“ an die Hand nahmen und Ihnen damit das Gefühl von Sicherheit vermitteln konnten.  

    Im Folgenden sind Tipps zusammengestellt, mit denen ein solcher Kurs besser gelingen kann:  

    Vorher:

    • Absprache mit dem Badbetreiber, ob Burkinis erlaubt sind (Hygienevorschriften)
    • Angabe über Gegebenheiten des Beckens in der Ausschreibung (im öffentlichen Badebetrieb, einzelnes Becken, einsehbar oder geschlossen…), damit sich nur diejenigen Frauen anmelden, welche mit den Bedingungen zurechtkommen
    • Informieren von (männlichen) Übungsleitern und Sportlern des Vereins mit der Bitte um besondere Rücksichtnahme (kein „Starren“, wenn möglich kein Durchgangsverkehr zu Duschen/Toiletten am Becken vorbei). Abhängig von den Gegebenheiten des Bades können gerade am Anfang ein demonstratives Desinteresse  der Männer dazu führen, dass die Frauen „auftauen“ und sich sicher fühlen  

    Während des Kurses:

    • Konsequente deutsche Sprache
    • Lernen und Wiederholung von sportartspezifischen Fachbegriffen (Tauchen, Gleiten, Armbewegung, Brett, Nudel, Becken, Rand …)
    • Einhalten der Pünktlichkeit: Wer wiederholt zu spät kommt, lernt Pünktlichkeit sehr schnell, wenn sie einmal nicht ins Bad gelassen wird
    • Mögliches Überführen der Anfänger in den regulären Trainingsbetrieb

Ihre Ansprechpartnerin

Maren Hoppe

Fachkraft                                                                            "Integration durch Sport"

Bürozeiten:                                                                                     Mo und Mi 8.00 Uhr - 16.30 Uhr,   Do 11.30 Uhr - 15.30 Uhr

Beratung nur nach Absprache, da Außentermine möglich

Bahnhofstr. 2, 59494 Soest

Tel.: 0 29 21 / 31 93 150                      Fax.: 0 29 21 / 31 93 148

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